Tschell
Pell

Von Jonas Imbery und Lukas Kubina

Wir sitzen im Wintergarten am Elisabethmarkt. Dr. Carl Brendel hat hier gegen Ende des 19.Jahrhunderts ein Michhäusl gegründet, um gegen den ausufernden Alkoholismus in München vorzugehen, und um Arbeitern eine Alternative zu den Schnapsstuben zu bieten.  Heute ist der Wintergarten eine Schwabinger Hochburg der Bierseligkeit. Und Redaktionsraum von Village Voice. Ober Franjo bringt unaufgefordert Bier. Willy Michl trinkt einen Americano. Er trägt eine rote Jacke der Kavallerie. Kriegsbeute?

AHOw  Willy, Sound of Thunder, Isarindianer und bairischer Bluesbarde, wie würdest du dich selbst beschreiben?

Ich bin Singer Songwriter. Früher hat man Liedermacher gesagt. Anfang der Siebziger Jahre habe ich meine bayerische Muttersprache mit originaler Blues Musik verbunden, und bin mit meiner Platte „Blues goes to Mountain“ berühmt geworden. Ein Jahr später kam "Blues & Balladen", und 1976 eine Live Platte. 1978 trennte ich mich von der Musik-Industrie. 1979 habe ich als erster deutscher Indie die Platte „OIS IS BLUES“ veröffentlicht. Für die Preußen: Alles ist Blues. Der Titel dieser Platte ist mir durch die Begegnung mit einem jüdischen Impressario erschienen. Das war ein gewisser Mierco Askenase. Der Askenase hatte eine Tanzgruppe, die „Brasilianas“, Mädchen und Jungs aus Rio de Janeiro, die auf den Bühnen nackt getanzt haben. Die Mädchen oben ohne, und die Jungs mit Lendenschurz. Ein voller Publikumserfolg damals in den 60ern und 70ern. So ist der Askenase mit den Brasilianas durch ganz Europa getourt. Sein Programm hieß „Alles ist Samba“.

Wie waren deine Erfahrungen als Indiekünstler?

Die Industrie ist mit den Medien geschäftlich eng verzahnt, Bruder.  Der damalige Rundfunkredakteur und Radiomoderator Ado Schlier, der für die Veröffentlichung meiner Songs zuständig war, und der auf den Paylists einiger Verleger stand, hat mein INDIE-Produkt „Ois is Blues“ geflissentlich ignoriert. Der mochte mich nicht, nachdem ich seine geschäftlichen Interessen ablehnte, von da an quälte er mich. Dem Publikum war das aber egal. Es hat Isarflimmern und Ois is Blues geliebt, die Leute sagten:  Yeah thats Willy, thats geil, das woll´ma hab'n ! Und sie haben sich  60.000 Ois is Blues Platten gekauft. OIS IS BLUES  war ein voller Erfolg, und ein INDIE-Selbstläufer. Wir haben damals alle Plattengeschäfte in Bayern, und darüber hinaus, im Eigenvertieb beliefert. Ich wurde zum Top-Renner der Münchner Szene.

Wie bist du zum Blues gekommen?

Ich war am Thierschplatz, im Tabarin, bei den Blacks, das waren die afro-amerkanischen Soldaten der US Army, die sagten „Tambarine“. Ich war kein Weißer Mann, und bin es auch heute nicht. Ich bin Kosmopolit! Ich habe eine helle Haut, aber ich bin nicht weiß. Mein Geist ist black & red.

Keith Richards sagt, dass Blues für ihn nicht nur eine Ausdrucksform ist, sondern auch eine spirituelle Einstellung, ein Lebensmodell.

Ois is Blues, Bruder, verstehst?

Hast du unterm Maibaum Karl May gelesen?  Woher kam der Isarindianer?

Woher er kam?  Ich war immer Indianer!  Von Kindheit an. Ich war schon Indianer, bevor ich den ersten Karl May gelesen hab, bevor ich Lederstrumpf gelesen habe; ich sah 1955 im schwarz weiß Fernseher meines Großvaters einen kleinen Jungen, der mit seinem Einbaum-Kanu durch die Mangrovenwälder von Florida paddelte. Das war mein Bruder. Ich wusste sofort, ich bin wie er.  Diesem Traum bin ich mein Leben lang gefolgt, Indianer nennen das „Roter Weg“. Als ich 8 Jahre alt war und bei der heiligen Kommunion kein Jesus Christus zu mir kam, habe ich mir eine heilige Pfeife angefertigt, und diese an der Isar geraucht. Die Gewächse, die von den Weiden runter hängen, sie waren mein Tabak.

Und war das gutes Kraut?

Sehr Gutes! Ein rauher Geschmack, ich rauchte in die 7 Richtungen, und dann habe ich die Geister gesehen. Ich hab diese Pfeife nie auseinander genommen. Deshalb hat die Zeremonie auch nie ! geendet. Dass man den Pfeifenkopf und den Pfeifenstamm trennen, und in rotem Tuch sorgfältig aufheben soll, hab ich erst 40 Sommer später von indigenen Brüdern gelernt. Meine Mutter brachte mir vor 10 Jahren die Pfeife, sie hatte sie aufgehoben, meine Bubenpfeife, und die ist heute noch bei’einand. Verstehst du, Bruder!  Deshalb bin ich Isarindianer.

 

Franjo bringt uns die zweite Runde Bier. Willy Michl fragt ihn, wo er herkommt; „Aus Kroatien kommst ! Vom Meer?“  -  „Nein, leider nicht, sonst wär´ ich nicht hier her gekommen.“  -  „Wen möchst’ Du als Kanzler haben?“  -  „Niemand“  - „Es geht nicht ohne! Es geht nicht ohne Polizei, und nicht ohne Kanzler“ -  Ein Ast streichelt Willy den Kopf, die kleine Zärtlichkeit der Natur freut ihn sichtlich.

Hast Du ein Kriegsbeil?

Ich habe jetzt ein FRIEDENSBEIL! Als Kind habe ich mir nicht nur eine heilige Pfeife gebastelt, sondern auch ein Kriegsbeil. Es ist schon lange begraben! In den 60er Jahren hatte ich beschlossen, den Kriegsdienst zu verweigern. Man hat mir damals bestätigt, ich sei feige;  der Prüfungssusschuss unterstellte,  ich würde lügen, um mich vor dem Wehrdienst zu drücken. 1970 bin ich dann nach Murnau, in die Werdenfelser Kaserne, und hab mich nach einem halben Jahr verpflichtet, um besseres Essen zu bekommen.  1. Gebirgsdivision,  Fernmelde-Ausbildungskompanie 1/8.  Ich war ein Sonderfall. Ein Leutnant sagte auf die Frage des Generals der 1.GD: "Der Gefreite Michl, diesen Mann kann man im Frieden nicht brauchen, für ihn braucht man einen Krieg“.  Ich war kein Soldat, ich war ein Krieger.

Das Kriegsbeil ist also nicht tief vergraben?

Es gibt kein Kriegsbeil mehr! Als ich zu einem Feuerbruder sagte, es ist gut, dass das Kriegsbeil begraben ist, erwiderte er:  

"Willy, es ist gut, dass das Kriegsbeil begraben ist, aber es ist auch gut, niemals zu vergessen, wo"!

Hey Jungs, wir müssen uns drüber im Klaren sein, dass die Gewalttat niemals etwas Positives hervorbringen kann. Heute habe ich ein FRIEDENSBEIL, das ich, wenn es gebraucht wird, verwende, um  auf Missstände hinzuweisen, um etwas zum Guten zu verändern. 

Willy, was ist mit Sex ?

Das ist ja das Wichtigste! Ursprung des Glückes ist Erotik und Sex. Jedoch haben die Menschen auch das verhunzt. Sie sind nicht bereit, sich gegenseitig zu lieben, zu respektieren und zu ehren. Das ist der rote Weg! LIEBE - RESPEKT & EHRE - für die Erde und alle ihre Wesen. Es gehören auch alle Tiere dazu, und  Pflanzen, und auch Steine haben eine Seele. Wenn du die Natur liebst, respektierst und ehrst du sie. Das gehört zusammen. Du musst auch den Bären lieben, der da kommt.

(panisch):   Was, da kommt ein Bär?

Ein ganz großer Grizzly.  Der kommt, da hinten zwischen den Marktbuden!  I love this bear.  Aber wenn der jetzt da zu uns geht, dann verschwinde ich lieber ganz schnell in meinem Auto. Euch lass ich rein.  Aber den Schlier, den dad i ned neilassen. Da macht dann der Bär für mich den Job. Der hilft ihm in die andere Welt.

 

Willy's kurvenreiches  Weib Cora steht auf, ihrem Mann einen Anorak aus dem Auto zu holen. Erst glotzen wir ihr nach, dann nützen wir die Gelegenheit.

 

Was bedeutet Cora für dich?

Die Cora ist das Zentrum des Daseins, sie ist meine Muse. Ich hasse dieses Wort. Sie liebt es, also habe ich es auf meine Webseite geschrieben. Wir sind im Grunde Anarchisten. Wir san’ wie Tiere. Wir tun uns auch dreimal im Jahr beißen, richtig. Meistens hab ich selber es verursacht, dann bin ich gscheid, bleib´ ruhig, und lass mich beißen. Wie im Wolfsrudel. Oder bei den Bären. Bei den Adlern raufen sich nur die Weiber, um den Mann. Die packen sich am Himmel an den Krallen und machen zu. Dann stürzen sie ab und lassen nimmer aus. Bis sie kurz vorm Boden sind. Durch den Zeitpunkt versuchen sie, die andere umzubringen. Wahnsinn! Die Natur ist anders als die katholische Religion.

Welche Rolle haben Frauen für dich?

Ohne unsere Frauen sind wir kein Volk. Ohne Frauen gibt es keine Welt. Jedoch da hat’s auch Familien, da sind die Madln überhaupt nix.  Wo der Bruder seine Schwester umlegt, weil’s einen Minirock anhat, sich’s Maul rot anstreicht, Lidstrich und Stöckelschuh. Und das geht gar nicht! Solange die Menschen der Erde nicht erkennen, was  Frauen in der menschlichen Gesellschaft wirklich und tatsächlich bedeuten, dass sie die tröstenden Wesen sind, und alles ausgleichen können, wenn man sie nicht daran hindert, werden sie den Krieg, Vertreibung, Untergang, und soziale Ungerechtigkeiten niemals bewältigen.

 

Cora kommt mit einer Decke, legt einen grauen Anorak über Willys Schultern, und meldet sich Richtung Toilette ab „Ich geh mal für kleine Rehlein“. Willy bedankt sich artig „...und weisst was, dann könntest bitte zum Franz gehen, und holst mir ein bayrischen Hamburger, a "Leberkaas Semmel“. 

 

Nennen deine indigenen Feuerbrüder es auch „Mutter Natur?

Sie sagen Mutter Erde. Woher kommt denn das Leben?  Es kommt aus der Erde. Und somit ist sie unsere Mutter, Bruder. Jedoch kann es nicht aus der Mutter kommen, wenn der Vater es nicht reintut. Jetzt kommen wir zur Realität des Daseins. Es ist schon eine Dreifaltigkeit. Jedoch besteht diese nicht aus einem Vogel und zwei Männern. Sondern aus einer männlichen, einer weiblichen, und der geistigen Wesentlichkeit. Das ist der Grosse Geist. Und nur so ist es richtig. Der Irrtum der katholischen Kirche beruht auf der falschen Auslegung von Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und heiliger Geist. Es müsste heißen: Vater, Mutter, Kind und heiliger Geist. Außerdem hat sich die Kirche in 2000 Jahren nur wenige Jahrhunderte an das Wort Christi gehalten. Als Konstantin der Große das Christentum zur Staatsreligion gemacht hat, war das bereits eine Kriegsreligion. Das Zeichen Christi war auf den Schildern und den Legionstafeln der Soldaten. Mehr gibt es nicht zu sagen. Kreuzzüge, und so weiter, und weiter, und weiter. Bis hin zum Waffensegnen auf dem Monte Casino. Vietnamkrieg, Irakkrieg, Afghanistan, Flüchtlingskrise. TSCHELL PELL - Ende - gibt keine Diskussion mehr.

 

Danke Liebling! Willy Michl beisst herzhaft in die Leberkassemmel. Senf tropft auf die Wolldecke. Er fragt Jonas, ob er Kinder hat. 4. Somit soll sein Medizinname Jonas Four Children Imbery sein. Lukas protestiert, er hätte zwei Adoptivkinder unterschlagen. Willy Michl zeigt sich flexibel. Dann soll er von nun an Jonas Seven Children Imbery heißen. So hat er noch eins gut.

 

Was bedeutet die Isar für dich?

Ich konnte von Kindheit an verstehen, was der Fluss erzählt. Der Fluss hat eine andere Sprache, er hat einen Duft, er hat einen Gesang, das hört man, er hat Luftfeuchtigkeit. Der Fluss ist das Leben, er ist kalt, oder schön mild. So wie er halt ist. Er reißt, oder hat eine Gumpe zum Baden. Der Fluss spricht zu dir. Der Indianer sagt: In Schönheit ziehen wir dahin, um uns ist Schönheit, vor uns ist Schönheit, über, unter, und hinter uns, alles ist schön, immer! In Schönheit leben wir. Und in Schönheit werden wir sterben. Man muss immer schön hergerichtet sein! Und am Schönsten ist man mit einer Adlerfeder. Sie hilft dir in die andere Welt, mit Hilfe der Adlerfeder kannst Du Grosses Geheimnis versteh’n.

Wo hast du deine Adlerfedern her?

Vom Adler!

(blamiert):  Wie sind die Federn zu dir gekommen?

Als ich Mitte der 70er in den Bergen lebte, ist mir ein Einheimischer entgegengekommen, der hatte auf seinem Hut eine weiß schwarze Adlerfeder. Ich sagte zu dem Jungen: „Hoe, wo hascht denn du die Feder her?“ „Da gehst nunter ins Tal zum Hutterer. Der hat die, der kriegt die aus China.“  Als Kind hab ich Truthahnfedern benutzt. Die sind auch gut. Als ich auf dem Schneeferner war, 1989, flog über mir, der Adler; er kam von Österreich rüber, aus der Springerjagd. Er flog einen Achter, und einen Kreis, er zog immer weiter runter, denn er hatte meinen grauen Pudel Renato gesehen. Da war der Rottweiler Nick, und da war der Pudel Renato. Und dieser Renato, der hat mich angeschaut, und ich hab ihm gesagt: „Renato, es ist besser du gehst in die Hütte, sonst saust er owi und packt di, und dann hama di nimma, denn dich wui er hab’n und fressen.“ Der Renato hat das gehört und hat sich in die Hütte verdrückt. Der Adler flog dann weiter. Ich konnte an seinem Flug erkennen, dass ich jetzt nach Berchtesgaden fahre, zum alten Tschechei, um neue Adlerfedern zu holen.

Stichwort Feuerwasser. Trinkst du Alkohol?

Ich hab schon dreimal soviel getrunken wie jeder Andere. Deshalb brauch ich das nicht mehr.  Das ist unerwünscht, in einem isarindianischen Plan! Feuerwasser ist für mich so grausig. Da darf ich gar nicht dran denken. Hab’s natürlich getrunken. Aber so weit wie der Udo hab ich es noch nicht gebracht, er soll angeblich 4,7 Promille gehabt haben!

 

An dieser Stelle brechen wir für das Feuerwasser eine Lanze, bestellen die dritte Runde Bier und verteidigen Udo Lindenberg. Er wäre doch  ein guter Trommler für seine Band gewesen?

 

Udo Lindenberg ist ein ganz besonderer Mensch, ein sehr begabter und verstehender Mann.  Er sieht die Dinge, wie sie sind. Er kommt damit zu Recht. Im Gegensatz zu mir.

I don’t get along with the money system.

We have to get along with that, but it is very very difficult for me. In a way I’m very traditional. I deny the worth of money, and i think that money is kind of an evil. In dem Augenblick, wo man begann Geld für Geld zu handeln, war es vorbei. Eine zeitlang konnte es noch als Maßstab gesehen werden. Jedoch war es nie ein Maßstab für Gerechtigkeit. Es gab immer die herrschende Klasse.Und deren Untertanen. Die man geschlagen hat, die irgendwann aufgestanden sind. Aber ich widerspreche meinem Bruder Konstantin (Wecker), wenn er von Revolution schwärmt.  Revolution ist ein gefährlicher Zustand;  im ursprünglichen Sinne lehne ich Revolution ab.  Konstantin hat das schon relativiert, er spricht von einer Revolution des Geistes der Gesellschaft, das akzeptiere ich ausdrücklich und bin seiner Meinung.  Wir sind Geistbrüder ! Revolution der Mentalität ! unserer menschlichen Gesellschaft, das nehme ich an! Ich möchte das Gleiche wie Konstantin, wir sind uns immer einig;  ich nenne das Evolution! Ich will eine schnelle Veränderung der Gesellschaften der Erde.  Auch das Wort Krieger ist restlos abzulehnen.  Krieg – Krieger / Frieden – Friedener. Ich habe die Worte Krieg & Krieger von meiner Zunge getan ! und aus meinem Geist ! Das neue Wort ist: Friedener

 

Cora kommt mit zwei Schalen Himbeeren vom Marktstand. Eine ist für uns. Eine tolle Frau! Willy echauffiert sich wieder über das Wort Revolution.

Revolution - Evolution ! Was ich will ist die „Veränderung des Bewusstseins“ aller Menschen. Übrigens hat Konstantin in seiner Tournee PR, das E in Revolution spiegelverkehrt dargestellt, damit wendet er sich klar und deutlich von der gewaltsamen Revolution ab. Versteht mich!  Konstantin Wecker ist mein Bruder. Da wo ich bin, ist auch er! Er sagte mal: Willy, wir sind die Säulen von München. Aber ich will nicht hinter die alten Barrikaden, der Joschka Fischer Steinwurf Mentalität, um sich dann mit Madeleine Albright bei den Bilderberger hinzusetzen, und einen Enten-Tanz zu machen. Leck mich doch Joschka! Du kannst mich am Arsch lecken! Fick Dich. That’s all! Hear me what I say.  Aber so was singe ich nicht!  Das macht der Hans (Söllner) für uns. Er kann sagen, dass der Vogel runter geschissen hat auf den Beckstein. Der Beckstein ist doch schon als Lady Pompadour rein gegangen, und dann ham’s ihn rausgeschmissen aus Bayern, weil’s gnua ies! Und schon steht der nächste Franke bereit. Der wartet schon! Er ist bereits Finanzminister. Ein anscheinend netter Junge, mit extremen Ansichten. Im TV immer äußerst freundlich. Kommt gut rüber, der Markus, hat Kreide gefressen, unterhält sich tolerant mit der Petry, bei Anne Will, und verachtet Oskar Lafontaine, den einzigen aufrichtigen Politiker, auch wenn man sieht, dass er, Söder, Lafontaine bewundert, ob seiner einstigen Macht.

 

… Lafontaine in seiner Toskana Villa...

Ja und wenn schon. Dem Oskar gönne ich auch noch ein ganzes Kriegsschiff.  Verstehst du! Dem gönne ich einen Riesenflugzeugträger. Aber das will der nicht!  Wir wollen alle keine solchen Waffensysteme, sondern wir wollen als FRIEDENER - FREEDENER  den WELTFRIEDEN !!!

 

Weil er ein Friedener ist?

JA! Er hat 1999 dem Schröder gesagt, pass auf Mann, du hast eine gespaltene Zunge, und diese sieht schon aus wie ein Pinsel, da mache ich nicht mehr mit! Ich finde das vom Oscar super geil! Und woast wem Ich den Bart abgschnitten hab? Pass auf. Da gab’s 96 die Troika, Schröder, Lafontaine, und?

 

(eifrig): Scharping!

Frau Scharping stand an Konstantins Hochzeit am Stehtisch bei mir, im Lustspielhaus. Neben mir stand noch der Rechtsanwalt Hieronimi. Dann sagte ich zu Frau Scharping:

Wissen Sie, es wird in Deutschland nie mehr einen Politiker an höchster Position geben, der einen Bart trägt - NIE MEHR!  

Das war genau vor der Wahl. Der Scharping hatte so einen seltsames Ulbricht Bärtchen, so Dogenmässig, wie die Venezianer, Toskana Fraktion, hahahahah. Und jetzad pass auf:  Es hat keine zwei Wochen gedauert, da war der ohne Bart im Fernsehen. Was denkst wie ich gelacht hab! 

 

Willy winkt nach der Rechnung.  Da die Redakteure kein Bargeld haben, übernimmt er ihre Zeche.  Fuck the money system.

Jungs, mir wird sehr kalt. Mein Weib wird krank. Wir müssen irgendwohin, wo es warm ist. Wir nehmen euch im Auto mit. Der weiße Mann hat keinen Verstand, er setzt sich in den Schatten eines feuchten, kalten Biergarten, nur weil die Sonne ein bisschen scheint...

 

Franjo unterbricht mit der Rechnung “Vielen Dank Bruder” “Ich sag danke, schönen Tag noch! Waren Sie mal Plitvicer Seen ? - ” “Nein, aber meine Freunde waren da. Schön ist’s da, gey, Blaues Wasser! Da kann man das Wasser trinken.” - “Auch ja”  -  “Da haben Sie Winnetou Filme gedreht.”  -  “Ja, in den 60er Jahren.”  Die Leute im Biergarten grüssen den Isarindian. Im Abgang bleibt er an einem Tisch mit altschwabinger Gewächsen stehen. Prompt summt ein Herr „In Schwabing auf dem Boulevard.“ - “You are Rock n Roll” ruft ihm eine Dame zu. Willy antwortet “Schwabing ist Alles - Schwabing ist die Mutter. AHOw!“

 

Willy schnallt sich nicht an. Im Schritttempo fahren wir zum Thierschplatz. Der Alarm piepst unentwegt. Die ersten Parkplätze mag er nicht. Wir kreisen wie Adler, um das ehemalige Tabarin, das Stamm-Lokal der afroamerikanischen GI's, heute ein Edelitaliener. Schließlich finden wir eine genehme Bucht, parken und treten ein. Wir sind die einzigen Gäste.

 

Willy, erzähl uns von deinem Leben auf der Strasse des Rock’n Roll und in den Bergen?

Ostern 1990 ging ich auf der Sonnalpinstation auf 2400 Meter Höhe durch etwa 1800 Sonnenbader und rief:  “The Green War is started - The Green War is started” Ich hatte die Kriegsflagge des General Sound of Thunder, das war ein Runner Hemd von mir, auf so einen roten Skiwegpfosten aufgepflanzt, mit einer Adlerfeder, und habe den Grünen Krieg erklärt - im Gegensatz zu Green Peace. Andere Story. Als dann mein Green War verloren war, stieg ich ab in die Täler, und kaufte mir einen O 302 Mercedes. Ein Wohnmobil - 10 Meter lang.  Ich fuhr durch ganz Europa,  ich war ein wilder Fetzenflieger.  Als ich aus Rumänien kam,  war ich eingeladen nach Amberg ins Eisstadion. Da ist mir dann Cora erschienen. Ich verbrachte mit ihr eine wahrlich keusche Nacht in meinem Dreamwarrior, so hieß mein O302 Mercedes Bus. Wie hörten Opera Carmen, und Paco de Lucia, und Thannhäuser.  Bei Sonnenaufgang  "hab i ois naus’gschmissn was vo´ andere girls noch im Bus drin war, und hab nur no die Cora drinlassen, die Grosse Bärin Cora, im “DREAMWARRIOR”. Wir sind weit rumgekommen. Viele Sommer. Wir waren von 1992 bis 1995 on the road. Highspeed Hobos. Und Cora war dabei. Sie ist eingestiegen und nicht mehr ausgestiegen. Einmal wollte sie schon raus, ganz am Anfang. Dann war sie zornig.

 

CORA: Was heißt da zornig?

Zornig ! Dieses Fahrzeug konnte nicht da hin, wo sie es wollte. Sie wollte zurück nach Amberg, wo ihr Auto stand. Das war aber nicht möglich, weil der DREAMWARRIOR seinen eigenen Weg hatte.

Der DREAMWARRIOR ist nicht nach Flugplan gefahren.

Der ist losgefahren. Und ich bin mit ihm  gefahren, wohin er wollte. So war dieses Fahrzeug. Es fuhr los, und du wusstest nicht wo du hin kommst. Jungs, die Cora ist müde, sie will raus. Ein bisschen umher geh’n;  ...wisst’s, die Grosse Bärin will den Atem des untergehenden Sonnenvaters schnuppern. 

 

Willy, vielen Dank für den Punk!