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Schmidt

Schmidt ist ein dermaßen häufiger Name, dass man erwarten könnte, dass aus dem Genpool der Schmidts jede Menge herausragende Persönlichkeiten erwachsen sein müssten. Denkste.

Helmut Schmidt, Harald Schmitt. Und? Noch einen oder noch eine? Kulturell Interessierte kennen vielleicht noch Arno Schmidt, den Schriftsteller, und Aficionados der bayerischen Politik zitieren Renate Schmidt. Dass war’s das dann aber auch. Wer’s nicht glaubt, hält kurz inne und denkt nach. Na also.

Kaum besser sieht es im englischen Sprachraum aus. Erster Gedanke: Anne Nicole Smith. Was macht die eigentlich, Google? Oh, schon tot. Hätte man vielleicht gewusst, wenn sie einen prägnanteren Namen gehabt hätte.

Denn, so unsere steile These hier, bringt ein Allerweltsname auch nur Allerweltsleute hervor. Das war jetzt ein bisschen fies, daher etwas netter: Berühmt wirst du mit so einem Namen nicht.

Die These wird zum Beispiel von der Tatsache gestützt, dass in ganz Deutschland gerade mal 56 Straßen nach einem Herrn oder einer Frau Schmitt benannt sind. Bei den Schmidts sind es etwas mehr, vielleicht 200. Angesichts der gigantischen Zahl von etwa einer Million Deutscher, die Schmidt, Schmitt oder Schmid heißen, ist das echt dürftig.

Bei der Vergabe vieler Straßennamen interessierte übrigens nicht mal der Vorname, sie heißen dann schlicht Doktor-, Rektor-, Bischof-, Kantor-, Pfarrer- oder Professor-Schmidt-Straße. Vermutlich hatten die Honoratioren zusätzlich einen gewöhnlichen Vornamen. Denn wenn du den als Schmidt auch noch hast, bist du total gearscht in Sachen Deutschland sucht den Superstar.

Hans Schmidt und seine Artverwandten kommen auf mehr als hundert Einträge bei Wikipedia. Wie willst du da hervorstechen? Klar, das ist natürlich super, wenn du gerade nicht auffallen möchtest, kaum etwas anonymisiert einen nachhaltiger als ein Name wie Stefanie oder Peter Schmidt.

Die Eltern mancher Schmidts versuchten daher, mit einem extravaganten Vornamen zu punkten. Erinnert sei an dieser Stelle an Bastienne, Caner, Cornel, Delf, Expeditus, Femme, Feren und Gunna, allesamt keine Exoten, sondern halbwegs relevante deutsche Damen und Herren des 20. Jahrhundert.

Nicht weit kommst du als Schmidt auch, wenn du eine gewöhnliche Beschäftigung hast. Ebenfalls bei Wikipedia finden sich nicht weniger als 150 Fußballspielerinnen und -spieler namens Schmidt oder Schmitt. Und welcher von denen schoss das entscheidende Tor?

Egal. Angesichts der Schmidt-Misere haben wir für diese Ausgabe nach Smiths gesucht und immerhin vier berühmte gefunden: Adam, Kiki, Paul und Patti. Klingt wie eine echt gute Band. Aber die Smiths gibt’s ja auch schon.

von Christian Gottwalt und Lukas Kubina